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Wie berechnet man den BMI mit Alter?

Den BMI berechnen Sie nicht mit dem Alter in der Formel, sondern mit Körpergewicht und Körpergröße: Gewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat. Das Alter wird beim BMI vor allem für die richtige Einordnung wichtig: bei Kindern und Jugendlichen ist eine alters- und geschlechtsspezifische Bewertung nötig, und auch im höheren Alter sollte der Wert vorsichtig interpretiert werden. Für Erwachsene ist der BMI also eine Orientierungshilfe, aber keine Diagnose.

Wenn Sie Ihren Wert schnell prüfen möchten, können Sie den BMI-Rechner für Erwachsene nutzen. Er ist für erwachsene Frauen und Männer ab 18 Jahren geeignet. Für junge Menschen ist dagegen ein eigener BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche sinnvoll, der für das Alter von 1 bis 18 Jahren ausgelegt ist.

Inhaltsverzeichnis

Wie lautet die BMI-Formel?

Die Formel ist einfach:

BMI = Gewicht in kg / (Körpergröße in m x Körpergröße in m)

Ein Beispiel: Sie wiegen 70 Kilogramm und sind 1,75 Meter groß. Dann rechnen Sie 70 / (1,75 x 1,75). Das ergibt rund 22,9. Dieser Wert liegt bei Erwachsenen im Bereich des Normalgewichts.

Wichtig ist: Das Alter kommt in dieser Formel nicht vor. Wenn im Alltag von „BMI mit Alter“ gesprochen wird, ist meistens gemeint, dass der Wert je nach Lebensphase unterschiedlich bewertet werden muss. Genau das macht den Unterschied zwischen Erwachsenen, Kindern und älteren Menschen aus.

Welche Rolle spielt das Alter beim BMI?

Bei Erwachsenen bleibt die Berechnung gleich, egal ob Sie 25, 45 oder 75 Jahre alt sind. Internationale Fachstellen beschreiben den BMI bei Erwachsenen als altersunabhängigen Richtwert. Trotzdem ist das Alter medizinisch nicht bedeutungslos, weil sich Körperzusammensetzung, Muskelmasse und Gesundheitsrisiken im Laufe des Lebens verändern können.

Gruppe Wird das Alter in der Formel verwendet? Wie wird der BMI eingeordnet?
Erwachsene ab 18 Jahren Nein Nach den üblichen BMI-Bereichen für Erwachsene
Kinder und Jugendliche Nicht in der Formel selbst Immer alters- und geschlechtsspezifisch
Ältere Erwachsene Nein Mit besonderer Vorsicht und im medizinischen Kontext

Das bedeutet: Der BMI ist bei Erwachsenen ein Screening-Wert, also eine erste Orientierung. Er sagt nicht direkt, wie viel Körperfett Sie haben, wo das Fett verteilt ist oder ob Beschwerden, Medikamente oder Krankheiten eine Rolle spielen.

So berechnen Sie den BMI mit Alter richtig

Für Erwachsene

  1. Messen Sie Ihr aktuelles Gewicht in Kilogramm.
  2. Messen Sie Ihre Körpergröße in Metern.
  3. Multiplizieren Sie die Körpergröße mit sich selbst.
  4. Teilen Sie das Gewicht durch diesen Wert.
  5. Ordnen Sie den BMI als Erwachsenenwert ein.

Für erwachsene Frauen und Männer ab 18 Jahren können Sie dafür direkt den BMI-Rechner für Erwachsene verwenden.

Für Kinder und Jugendliche

Auch hier wird der BMI aus Gewicht und Größe berechnet. Die Auswertung ist aber anders: Bei jungen Menschen muss der Wert immer nach Alter und Geschlecht beurteilt werden, weil sich Körperbau und Entwicklung laufend verändern. Ein BMI von 18 kann bei einem Erwachsenen unauffällig sein, bei einem Kind aber je nach Alter und Geschlecht ganz unterschiedlich eingeordnet werden.

Deshalb ist für diese Altersgruppe ein eigener BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche sinnvoll, der für Kinder und Jugendliche von 1 bis 18 Jahren gedacht ist. Mehr dazu finden Sie auch im Artikel Wie berechnet man den BMI bei Kindern?.

Warum ist das Alter bei Kindern und Jugendlichen so wichtig?

Im Wachstum verändern sich Größe, Gewicht, Körperfettanteil und Muskelmasse nicht gleichmäßig. Deshalb reicht ein einzelner Zahlenwert hier nicht aus. Die medizinische Einordnung erfolgt mit alters- und geschlechtsspezifischen Kurven oder Perzentilen. So lässt sich beurteilen, ob ein Kind im erwartbaren Bereich liegt oder ob eine genauere Abklärung sinnvoll sein könnte.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen sollte der BMI deshalb nie isoliert betrachtet werden. Wachstumsgeschichte, Pubertätsphase, familiäre Faktoren, Bewegung, Ernährung und mögliche Erkrankungen gehören immer mit dazu.

Was gilt im höheren Alter?

Auch im höheren Lebensalter bleibt die Formel unverändert. Trotzdem kann derselbe BMI bei einer älteren Person etwas anderes bedeuten als bei einem jungen Erwachsenen. Ein Grund ist, dass mit zunehmendem Alter häufig Muskelmasse abnimmt und sich die Körperzusammensetzung verändert. Dadurch kann der BMI normal erscheinen, obwohl relativ wenig Muskulatur vorhanden ist.

Umgekehrt sollte ein niedriger BMI bei älteren Menschen aufmerksam machen, vor allem wenn ungewollter Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Schwäche oder chronische Erkrankungen dazukommen. Dann ist eine ärztliche Beurteilung sinnvoller als die bloße Zahl allein. Wenn Sie dazu mehr lesen möchten, ist auch der Beitrag Was ist ein altersgerechter BMI? hilfreich.

Wo sind die Grenzen des BMI?

Der BMI ist praktisch, aber er hat klare Schwächen. Er misst nicht direkt den Körperfettanteil und unterscheidet nicht zwischen Fettmasse und Muskelmasse. Deshalb kann er bei sehr muskulösen Menschen zu hoch wirken, obwohl kein ungesundes Übergewicht vorliegt. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Wie beeinflusst die Muskelmasse den BMI?.

  • Sportliche und muskulöse Menschen: Der BMI kann Übergewicht vortäuschen.
  • Ältere Erwachsene: Muskelabbau und Krankheiten können die Aussagekraft verändern.
  • Schwangerschaft: Der BMI ist nur eingeschränkt geeignet und sollte medizinisch eingeordnet werden.
  • Kinder und Jugendliche: Eine alters- und geschlechtsspezifische Bewertung ist zwingend.

Außerdem sagt der BMI nichts darüber aus, wo Fett gespeichert ist. Für das Gesundheitsrisiko kann Bauchfett besonders relevant sein. Darum werden in der Praxis je nach Situation auch Taillenumfang, Blutdruck, Blutzucker, Blutfette, Ernährungsgewohnheiten und körperliche Aktivität mitberücksichtigt.

Was bedeutet Ihr BMI-Wert praktisch?

Bei Erwachsenen wird der BMI meist so eingeordnet: unter 18,5 spricht für Untergewicht, 18,5 bis 24,9 für Normalgewicht, 25 bis 29,9 für Übergewicht und ab 30 für Adipositas. Diese Einteilung hilft bei der ersten Orientierung, ersetzt aber keine individuelle medizinische Beurteilung. Wenn Sie unsicher sind, kann auch der Beitrag Wie hoch ist ein normaler BMI? weiterhelfen.

Besonders wichtig ist ärztlicher Rat, wenn Ihr Gewicht sich ungewollt verändert, wenn Ihr BMI sehr niedrig oder sehr hoch liegt oder wenn Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Atemprobleme oder Gelenkbeschwerden dazukommen.

Fazit

Den BMI berechnet man also nicht mit dem Alter in der Formel. Bei Erwachsenen gilt immer dieselbe Rechnung aus Gewicht und Größe. Das Alter wird erst bei der Interpretation wichtig: besonders bei Kindern und Jugendlichen, aber auch im höheren Alter. Der BMI ist nützlich als einfache Orientierungshilfe, sollte jedoch immer im Zusammenhang mit Ihrer Lebensphase, Ihrer Körperzusammensetzung und Ihrem Gesundheitszustand gesehen werden.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung.

Weiterführende Artikel

Diese Beiträge vertiefen das Thema und helfen Ihnen bei der Einordnung Ihres BMI:

Quellen und medizinische Referenzen

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Medizinisch geprüft von Dr. med. Paul Kretz
Facharzt für Innere Medizin

Dr. med. Paul Kretz ist Facharzt für Innere Medizin mit langjähriger Erfahrung in der Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Übergewicht, Adipositas, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen und weiteren Stoffwechselstörungen. Als diabetologisch qualifizierter Hausarzt beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit gesundheitlichen Themen rund um Gewicht, Stoffwechsel und internistische Risikofaktoren.
Mehr über Dr. med. Paul Kretz

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