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Seit wann gibt es den BMI?

Den BMI gibt es in seiner Grundlage seit dem 19. Jahrhundert, genauer seit den 1830er-Jahren. Meist wird das Jahr 1832 genannt, weil der belgische Mathematiker und Statistiker Adolphe Quetelet damals die Formel beschrieb, auf der der heutige BMI beruht. Wichtig ist dabei: Der BMI wurde ursprünglich nicht als moderne medizinische Diagnose für einzelne Menschen entwickelt, sondern als statistisches Maß für Bevölkerungen.

Wenn Sie Ihren Wert direkt berechnen möchten, können Sie den BMI-Rechner für Erwachsene nutzen. Er ist für erwachsene Frauen und Männer ab 18 Jahren geeignet. Für Kinder und Jugendliche von 1 bis 18 Jahren ist dagegen der BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche sinnvoll, weil der BMI in dieser Altersgruppe alters- und geschlechtsspezifisch eingeordnet werden muss.

Seit wann gibt es den BMI genau?

Die kurze Antwort lautet: Die Formel hinter dem heutigen BMI gibt es seit den 1830er-Jahren. Häufig wird dafür das Jahr 1832 genannt. Historisch wurde dieser Wert zunächst als Quetelet-Index bezeichnet. Der heute geläufige Name Body-Mass-Index setzte sich erst deutlich später durch. Das bedeutet: Die mathematische Grundlage ist alt, die moderne Bezeichnung und heutige medizinische Nutzung kamen erst im Laufe der Zeit hinzu.

Wer steckt hinter der Entwicklung?

Die Grundlage des BMI geht auf Adolphe Quetelet zurück. Er war ein belgischer Wissenschaftler mit Schwerpunkten in Mathematik, Statistik, Astronomie und Sozialforschung. Quetelet versuchte, menschliche Merkmale statistisch zu beschreiben und Durchschnittswerte in Bevölkerungen zu erfassen. In diesem Zusammenhang entwickelte er auch die Formel, aus der später der BMI entstand. Deshalb wird der BMI historisch bis heute auch als Quetelet-Index bezeichnet.

Was wurde damals eigentlich entwickelt?

Entwickelt wurde die Grundidee, das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße zu setzen. Daraus entstand die bis heute verwendete Formel:

BMI = Gewicht in Kilogramm / Körpergröße in Metern zum Quadrat

Ein Beispiel: Eine Person mit 70 Kilogramm Körpergewicht und 1,75 Metern Körpergröße hat einen BMI von rund 22,9. Wenn Sie die Formel heute anwenden möchten, hilft Ihnen der BMI-Rechner für Erwachsene. Wenn Sie die Rechenschritte genauer nachvollziehen möchten, passen auch Wie berechnet man den BMI? und Wie wird der BMI berechnet?. Die mathematische Struktur des BMI ist also seit dem 19. Jahrhundert erstaunlich stabil geblieben.

War der BMI von Anfang an für die Medizin gedacht?

Nein. Das ist ein wichtiger Punkt, um die Geschichte des BMI richtig zu verstehen. Quetelet wollte kein modernes Diagnoseinstrument für einzelne Menschen entwickeln. Sein Ziel war vor allem, statistische Regelmäßigkeiten in Bevölkerungen zu beschreiben. Erst viel später wurde die Formel im Gesundheitswesen übernommen, um Körpergewicht bei Erwachsenen grob in Kategorien wie Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht und Adipositas einzuordnen. Genau deshalb ist der BMI bis heute eher eine Orientierungshilfe als eine Diagnose.

Wann wurde aus dem Quetelet-Index der heutige BMI?

Die zugrunde liegende Formel stammt zwar aus dem 19. Jahrhundert, aber die moderne Bezeichnung Body-Mass-Index wurde später populär. In der historischen Fachliteratur wird häufig darauf hingewiesen, dass der Begriff BMI erst 1972 durch Ancel Keys verbreitet wurde. Das erklärt auch, warum viele Menschen heute denken, der BMI sei ein modernes Konzept, obwohl seine mathematische Grundlage deutlich älter ist. Historisch sauber ist deshalb die Unterscheidung: Die Formel gibt es seit den 1830er-Jahren, der Begriff BMI ist jünger.

Wie wird der BMI heute verwendet?

Heute wird der BMI weltweit verwendet, weil er einfach, schnell und ohne besondere Geräte berechnet werden kann. Bei Erwachsenen gelten in der Regel diese Bereiche:

BMI-Wert Einordnung
unter 18,5 Untergewicht
18,5 bis 24,9 Normalgewicht
25,0 bis 29,9 Übergewicht
ab 30,0 Adipositas

Diese Einteilung ist nützlich für eine erste Orientierung, ersetzt aber keine individuelle medizinische Beurteilung. Wenn Sie dazu mehr wissen möchten, helfen auch Was ist der BMI und wie wird er berechnet? und Was sagt der BMI aus?.

Warum ist die Entstehungsgeschichte des BMI heute noch wichtig?

Die Geschichte des BMI zeigt, warum er bis heute zwar nützlich, aber nur begrenzt aussagekräftig ist. Er stammt aus der Statistik und nicht aus einer modernen individualisierten Medizin. Deshalb eignet er sich gut als grober Richtwert, aber nicht als vollständiges Urteil über Gesundheit, Fitness oder Körperzusammensetzung. Sehr muskulöse Menschen, ältere Erwachsene, Schwangere und junge Menschen lassen sich mit dem BMI nicht immer passend einordnen. Wenn Sie diesen Punkt vertiefen möchten, lesen Sie auch Wie aussagekräftig ist der BMI?.

Gilt das auch für Kinder und Jugendliche?

Bei Kindern und Jugendlichen wird der BMI zwar ebenfalls aus Gewicht und Größe berechnet, aber nicht mit festen Erwachsenen-Grenzwerten bewertet. Der Grund ist das Wachstum: Körperbau, Entwicklung und Pubertät verändern die Einordnung deutlich. Deshalb muss der BMI in dieser Altersgruppe immer alters- und geschlechtsspezifisch beurteilt werden. Für junge Menschen von 1 bis 18 Jahren ist deshalb der BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche die passende Wahl.

Fazit: Seit wann gibt es den BMI?

Die Formel hinter dem heutigen BMI gibt es seit den 1830er-Jahren, meist wird das Jahr 1832 mit Adolphe Quetelet verbunden. Der BMI ist also keine neue Erfindung, sondern ein historisches statistisches Konzept. Der heute gebräuchliche Begriff Body-Mass-Index wurde erst später verbreitet. Genau diese Geschichte erklärt auch, warum der BMI bis heute ein praktisches, aber begrenztes Werkzeug für die erste Einordnung des Körpergewichts ist.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.

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Quellen und medizinische Referenzen

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Medizinisch geprüft von Dr. med. Paul Kretz
Facharzt für Innere Medizin

Dr. med. Paul Kretz ist Facharzt für Innere Medizin mit langjähriger Erfahrung in der Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Übergewicht, Adipositas, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen und weiteren Stoffwechselstörungen. Als diabetologisch qualifizierter Hausarzt beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit gesundheitlichen Themen rund um Gewicht, Stoffwechsel und internistische Risikofaktoren.
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