Der BMI wurde nicht von einer modernen Ernährungs- oder Gesundheitsorganisation erfunden, sondern geht auf den belgischen Mathematiker, Statistiker und Astronomen Adolphe Quetelet zurück. Er entwickelte die zugrunde liegende Formel bereits im 19. Jahrhundert. Der Begriff „Body-Mass-Index“ wurde allerdings erst viel später populär. Wichtig ist dabei: Der BMI war ursprünglich nicht als individuelle medizinische Diagnose gedacht, sondern eher als statistisches Maß für Bevölkerungen.
Wenn Sie Ihren Wert direkt berechnen möchten, können Sie den BMI-Rechner für Erwachsene nutzen. Er ist für erwachsene Frauen und Männer ab 18 Jahren geeignet. Für Kinder und Jugendliche von 1 bis 18 Jahren ist dagegen der BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche sinnvoll, weil der BMI in dieser Altersgruppe alters- und geschlechtsspezifisch eingeordnet werden muss.
Wer war Adolphe Quetelet?
Adolphe Quetelet war ein belgischer Wissenschaftler, der sich mit Mathematik, Statistik, Astronomie und Sozialforschung beschäftigte. Er versuchte, Merkmale des menschlichen Körpers mathematisch zu beschreiben und Durchschnittswerte in Bevölkerungen zu erfassen. In diesem Zusammenhang entwickelte er auch die Formel, aus der später der BMI entstand.
Deshalb wird der BMI historisch oft auch als Quetelet-Index bezeichnet. Dieser Name macht deutlich, dass die Methode ursprünglich aus der Statistik kommt und nicht aus der modernen klinischen Medizin.
Hat Quetelet schon vom „BMI“ gesprochen?
Nein. Adolphe Quetelet entwickelte zwar die zugrunde liegende Formel, aber den heute gebräuchlichen Begriff Body-Mass-Index verwendete er nicht. Der Name setzte sich erst deutlich später durch.
Das ist ein wichtiger Punkt, weil dadurch oft der Eindruck entsteht, der BMI sei von Anfang an als modernes medizinisches Diagnoseinstrument entwickelt worden. Tatsächlich war er zunächst eher ein statistisches Hilfsmittel, um Körpermaße in größeren Gruppen zu vergleichen.
Was genau hat Quetelet entwickelt?
Die Grundidee war, das Körpergewicht in Beziehung zur Körpergröße zu setzen. Daraus entstand die bekannte Formel:
BMI = Gewicht in Kilogramm / Körpergröße in Metern zum Quadrat
Diese Formel wird bis heute verwendet. Ein Beispiel: Wenn eine Person 70 Kilogramm wiegt und 1,75 Meter groß ist, ergibt die Rechnung 70 / (1,75 × 1,75) einen BMI von rund 22,9.
Wenn Sie die Berechnung genauer nachvollziehen möchten, lesen Sie auch Wie berechnet man den BMI? und Wie wird der BMI berechnet?.
Warum wurde der BMI überhaupt entwickelt?
Quetelet wollte keine Diätregel und auch kein Instrument zur persönlichen Gesundheitsbewertung schaffen. Sein Ziel war es, den „durchschnittlichen Menschen“ statistisch zu beschreiben. Er interessierte sich dafür, wie sich Körpermerkmale in Bevölkerungen verteilen und welche mathematischen Muster sich darin erkennen lassen.
Genau deshalb wird der BMI bis heute oft kritisiert: Er war ursprünglich nicht dafür gedacht, die Gesundheit einzelner Menschen exakt zu beurteilen. Er eignet sich eher als grobe Orientierung oder als statistischer Vergleichswert.
Wie wurde aus dem Quetelet-Index der heutige BMI?
Die Formel blieb im Kern gleich, aber ihre Verwendung veränderte sich im Laufe der Zeit. Später wurde sie in der Medizin und im öffentlichen Gesundheitswesen übernommen, um Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht und Adipositas grob einzuordnen.
Heute wird der BMI weltweit genutzt, weil er einfach, schnell und ohne aufwendige Geräte berechnet werden kann. Genau diese Einfachheit ist seine Stärke – und gleichzeitig auch seine Schwäche.
Was sagt der BMI heute aus?
Der BMI ist heute ein einfacher Richtwert, um das Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße grob einzuordnen. Für Erwachsene gelten meist diese Bereiche:
| BMI-Wert | Einordnung |
|---|---|
| unter 18,5 | Untergewicht |
| 18,5 bis 24,9 | Normalgewicht |
| 25,0 bis 29,9 | Übergewicht |
| ab 30,0 | Adipositas |
Das ist hilfreich für eine erste Orientierung. Es bedeutet aber nicht, dass der BMI Ihre Gesundheit vollständig beschreiben kann. Wenn Sie diesen Punkt vertiefen möchten, lesen Sie auch Was sagt der BMI aus? und Was sagt der BMI wirklich aus?.
Warum wird der BMI heute auch kritisiert?
Der BMI ist praktisch, aber nur begrenzt aussagekräftig. Er unterscheidet nicht zwischen Fettmasse und Muskelmasse und sagt auch nichts darüber aus, wo Körperfett gespeichert ist. Gerade Bauchfett kann für das Gesundheitsrisiko besonders wichtig sein, ohne dass der BMI das zuverlässig zeigt.
Deshalb kann der BMI in manchen Fällen irreführend sein:
- Sehr muskulöse Menschen: Der BMI kann zu hoch wirken, obwohl kein gesundheitlich relevantes Übergewicht vorliegt.
- Ältere Erwachsene: Ein normaler BMI kann Muskelabbau oder eine veränderte Körperzusammensetzung überdecken.
- Schwangere: Der BMI ist für die laufende Gewichtsbewertung nur eingeschränkt geeignet.
- Kinder und Jugendliche: Hier reichen die Erwachsenen-Grenzwerte nicht aus.
Wenn Sie die Kritik genauer verstehen möchten, helfen auch Wie aussagekräftig ist der BMI?, Warum ist der BMI nicht aussagekräftig? und Was wird am BMI kritisiert?.
Warum ist die Geschichte des BMI heute noch wichtig?
Die Geschichte zeigt, warum der BMI bis heute nur als grober Richtwert verstanden werden sollte. Er stammt aus der Statistik und wurde nicht als umfassendes Gesundheitsinstrument für einzelne Menschen entwickelt. Genau deshalb ist es sinnvoll, den BMI nicht isoliert zu betrachten.
Im Alltag ist er trotzdem nützlich, weil er schnell eine grobe Richtung vorgibt. Für eine medizinisch fundierte Einschätzung reichen aber oft zusätzliche Informationen wie Taillenumfang, Blutdruck, Blutzucker, Blutfette, Gewichtsverlauf und körperliche Fitness nicht nur aus, sondern sind notwendig.
Gilt das auch für Kinder und Jugendliche?
Nein, nicht in derselben Form. Bei Kindern und Jugendlichen wird der BMI zwar ebenfalls aus Gewicht und Größe berechnet, aber nicht mit festen Erwachsenen-Grenzwerten bewertet. Der Grund ist das Wachstum. Alter und Geschlecht müssen immer mitberücksichtigt werden.
Für Kinder und Jugendliche von 1 bis 18 Jahren ist deshalb der BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche besser geeignet als ein Erwachsenenrechner.
Fazit: Wer hat den BMI erfunden?
Erfunden wurde die zugrunde liegende Formel des BMI von Adolphe Quetelet, einem belgischen Mathematiker und Statistiker des 19. Jahrhunderts. Deshalb wird der BMI historisch auch als Quetelet-Index bezeichnet. Der heutige BMI ist also keine neue medizinische Erfindung, sondern ein statistisches Konzept mit langer Geschichte.
Gerade diese Herkunft erklärt auch, warum der BMI nützlich, aber begrenzt ist: Er hilft bei der ersten Orientierung, ersetzt aber keine individuelle medizinische Beurteilung.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.
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- Wann wurde der BMI entwickelt?
- Wie wurde der BMI entwickelt?
- Seit wann gibt es den BMI?
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