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BMI Untergewicht ab wann gefährlich?

Untergewicht beginnt bei Erwachsenen ab einem BMI von unter 18,5. Gefährlicher wird ein niedriger BMI aber vor allem dann, wenn er deutlich unter 18,5 liegt, wenn Sie ungewollt Gewicht verlieren oder wenn Beschwerden wie Schwäche, Schwindel, Müdigkeit oder Appetitlosigkeit dazukommen. Der BMI ist dabei immer nur eine Orientierungshilfe und keine Diagnose.

Für erwachsene Frauen und Männer ab 18 Jahren können Sie Ihren Wert mit dem BMI-Rechner für Erwachsene berechnen. Für Kinder und Jugendliche von 1 bis 18 Jahren ist dagegen der BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche sinnvoll, weil der BMI dort nicht mit festen Erwachsenen-Grenzwerten bewertet wird, sondern immer alters- und geschlechtsspezifisch eingeordnet werden muss.

Ab wann wird Untergewicht nach BMI gefährlich?

Die kurze Antwort lautet: Ein BMI unter 18,5 gilt bei Erwachsenen als Untergewicht. Medizinisch bedenklicher wird es besonders, wenn der Wert weiter absinkt oder wenn zusätzliche Warnzeichen vorliegen. Ein einzelner BMI-Wert reicht also nicht aus, um Gefahr sicher zu beurteilen.

BMI-Wert bei Erwachsenen Einordnung Praktische Bedeutung
unter 18,5 Untergewicht Unter dem üblichen Normalbereich, sollte eingeordnet werden
unter 17,0 deutlich stärkeres Untergewicht Mit höherem Krankheitsrisiko verbunden
unter 16,0 stark ausgeprägtes Untergewicht Deutlich erhöhtes Risiko für gesundheitliche Folgen

Mit anderen Worten: Untergewicht kann schon unter 18,5 medizinisch relevant sein, aber besonders aufmerksam sollten Sie bei Werten unter 17 und erst recht unter 16 werden. Dann steigt das Risiko für Mangelernährung, körperliche Schwäche und weitere gesundheitliche Probleme deutlich an.

Wenn Sie zunächst die allgemeine Grenze verstehen möchten, lesen Sie auch BMI ab wann Untergewicht? und Ab wann ist der BMI zu niedrig?.

Warum ist nicht jeder BMI unter 18,5 sofort gefährlich?

Nicht jeder Mensch mit BMI 18,3 oder 18,1 ist automatisch krank. Manche Menschen sind von Natur aus sehr schlank und bleiben über Jahre stabil, ohne Beschwerden oder Mangelerscheinungen zu entwickeln. Ein niedriger BMI wird aber dann deutlich relevanter, wenn er neu auftritt, wenn das Gewicht weiter sinkt oder wenn Ihr Körper sichtbar an Kraft und Reserven verliert.

Entscheidend ist also nicht nur die Zahl, sondern auch der Zusammenhang:

  • War Ihr Gewicht schon immer eher niedrig?
  • Haben Sie in letzter Zeit ungewollt abgenommen?
  • Fühlen Sie sich schwächer oder weniger belastbar?
  • Essen Sie ausreichend und regelmäßig?
  • Gibt es bekannte Erkrankungen oder Verdauungsprobleme?

Gerade wenn ein niedriger BMI mit Beschwerden zusammen auftritt, sollte er nicht einfach als „nur schlank“ abgetan werden.

Wie wird der BMI berechnet?

Der BMI wird aus Körpergewicht und Körpergröße berechnet. Die Formel lautet:

BMI = Gewicht in Kilogramm / Körpergröße in Metern zum Quadrat

Ein Beispiel: Sie wiegen 49 Kilogramm und sind 1,68 Meter groß. Dann rechnen Sie 49 / (1,68 × 1,68). Das ergibt rund 17,4. Dieser Wert liegt im Bereich Untergewicht und sollte medizinisch eingeordnet werden, besonders wenn zusätzlich ungewollter Gewichtsverlust oder Beschwerden bestehen.

Wenn Sie die Rechnung nicht selbst durchführen möchten, können Sie dafür den BMI-Rechner für Erwachsene verwenden. Mehr zur Formel finden Sie auch in Wie berechnet man den BMI? und Wie wird der BMI berechnet?.

Welche Warnzeichen machen Untergewicht gefährlicher?

Ein niedriger BMI wird besonders ernst, wenn zusätzlich Zeichen von Mangelernährung oder Krankheit auftreten. Dann geht es nicht mehr nur um eine Zahl, sondern um die Frage, ob Ihr Körper ausreichend versorgt ist.

Wichtige Warnzeichen

  • ungewollter Gewichtsverlust, besonders wenn Sie in 3 bis 6 Monaten deutlich abgenommen haben,
  • Appetitlosigkeit oder deutlich verminderte Nahrungsaufnahme,
  • Müdigkeit, Schwäche oder Schwindel,
  • häufige Infekte oder langsame Erholung nach Krankheiten,
  • sichtbarer Muskelabbau oder nachlassende Kraft,
  • Verdauungsbeschwerden, Schluckprobleme oder anhaltende Übelkeit,
  • Frieren, Blässe oder Kreislaufprobleme.

Diese Zeichen sprechen dafür, dass Untergewicht medizinisch nicht mehr nur eine rechnerische Einordnung ist, sondern den Körper bereits belastet oder eine zugrunde liegende Erkrankung vorliegen könnte.

Welche gesundheitlichen Folgen kann starkes Untergewicht haben?

Wenn der BMI deutlich zu niedrig ist, kann das verschiedene Folgen haben. Nicht jede Person entwickelt dieselben Probleme, aber das Risiko steigt mit sinkendem BMI und mit anhaltender Unterversorgung.

  • Mangelernährung: Der Körper bekommt zu wenig Energie, Eiweiß, Vitamine oder Mineralstoffe.
  • Muskelschwäche: Kraft, Belastbarkeit und Alltagsfunktion können nachlassen.
  • geschwächte Immunabwehr: Sie werden möglicherweise häufiger krank oder erholen sich langsamer.
  • Kreislaufprobleme: Schwindel, Schwäche und Konzentrationsprobleme können zunehmen.
  • höheres Risiko im Alter: Bei älteren Menschen können Stürze, Knochenbrüche und Gebrechlichkeit begünstigt werden.

Besonders im höheren Alter sollte ein niedriger BMI ernst genommen werden. Wer als ältere Person zu dünn wird oder ungewollt Gewicht verliert, kann anfälliger für Schwäche, Frakturen und Krankheit werden. In dieser Altersgruppe ist eine frühzeitige Abklärung besonders sinnvoll.

Wer sollte bei niedrigem BMI besonders aufmerksam sein?

Ältere Erwachsene

Bei älteren Menschen ist ein niedriger BMI oft relevanter als bei jüngeren Erwachsenen. Muskelmasse nimmt mit dem Alter häufiger ab, und unbeabsichtigter Gewichtsverlust kann rascher zu Schwäche und eingeschränkter Selbstständigkeit führen. Ein BMI knapp unter 18,5 sollte im Alter deshalb nicht unterschätzt werden.

Menschen mit chronischen Erkrankungen

Bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, der Schilddrüse, der Lunge, bei Tumorerkrankungen oder anderen chronischen Leiden kann ein niedriger BMI auf eine zu geringe Nährstoffaufnahme oder einen erhöhten Energieverbrauch hinweisen. Dann ist die Ursache oft wichtiger als der BMI allein.

Menschen mit raschem Gewichtsverlust

Auch ein BMI, der rechnerisch noch nicht extrem niedrig ist, kann bedenklich sein, wenn das Gewicht schnell gefallen ist. Ungeplanter Gewichtsverlust gilt als Warnsignal und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Warum gelten diese BMI-Grenzen nicht für Kinder und Jugendliche?

Bei Kindern und Jugendlichen wird der BMI zwar ebenfalls aus Gewicht und Größe berechnet, aber nicht mit denselben festen Grenzwerten wie bei Erwachsenen bewertet. Der Grund ist das Wachstum. Körperbau, Größe, Fettverteilung und Entwicklung verändern sich laufend. Deshalb muss der BMI in dieser Altersgruppe immer alters- und geschlechtsspezifisch eingeordnet werden.

Ein BMI-Wert, der bei einem Erwachsenen als Untergewicht gelten würde, kann bei einem Kind je nach Alter und Geschlecht anders zu bewerten sein. Für diese Altersgruppe sollten Sie deshalb den BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche verwenden. Wenn Sie den Erwachsenenbereich besser abgrenzen möchten, hilft auch BMI ab wann Normalgewicht?.

Wann sollten Sie ärztlichen Rat einholen?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn Ihr BMI unter 18,5 liegt und zusätzlich einer oder mehrere dieser Punkte zutreffen:

  • Sie verlieren Gewicht, ohne es zu wollen.
  • Ihr BMI liegt unter 17 oder sogar unter 16.
  • Sie fühlen sich häufig schwach, müde oder schwindelig.
  • Sie essen wenig oder haben kaum Appetit.
  • Sie haben chronische Beschwerden, Verdauungsprobleme oder eine bekannte Erkrankung.
  • Sie sind älter und verlieren an Kraft oder Muskelmasse.

Gerade bei starkem Untergewicht oder zusätzlichem Gewichtsverlust sollte nicht nur der BMI bewertet werden, sondern auch die mögliche Ursache. Je früher das geklärt wird, desto besser lassen sich Mangelernährung und Folgeschäden vermeiden.

Fazit

Untergewicht beginnt bei Erwachsenen ab einem BMI von unter 18,5. Gefährlicher wird es besonders bei BMI unter 17, noch mehr bei unter 16 oder wenn Beschwerden, Mangelernährung oder ungewollter Gewichtsverlust dazukommen. Der BMI ist ein hilfreicher Warnhinweis, aber keine Diagnose. Entscheidend ist immer, wie stabil Ihr Gewicht ist, wie es Ihnen insgesamt geht und ob zusätzliche Warnzeichen vorliegen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.

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Quellen und medizinische Referenzen

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Medizinisch geprüft von Dr. med. Paul Kretz
Facharzt für Innere Medizin

Dr. med. Paul Kretz ist Facharzt für Innere Medizin mit langjähriger Erfahrung in der Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Übergewicht, Adipositas, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen und weiteren Stoffwechselstörungen. Als diabetologisch qualifizierter Hausarzt beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit gesundheitlichen Themen rund um Gewicht, Stoffwechsel und internistische Risikofaktoren.
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