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Ab wann ist der BMI zu hoch?

Bei Erwachsenen gilt der BMI in der Regel ab 25,0 als zu hoch. Ein BMI von 25,0 bis 29,9 wird als Übergewicht eingeordnet, ab 30,0 spricht man von Adipositas. Wichtig ist aber: Der BMI ist nur eine Orientierungshilfe und keine Diagnose. Ob ein erhöhter BMI gesundheitlich bedeutsam ist, hängt auch von Bauchumfang, Muskelmasse, Alter, Beschwerden und Begleiterkrankungen ab.

Wenn Sie Ihren Wert schnell berechnen möchten, können Sie den BMI-Rechner für Erwachsene nutzen. Er ist für erwachsene Frauen und Männer ab 18 Jahren geeignet. Für Kinder und Jugendliche von 1 bis 18 Jahren ist dagegen der BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche sinnvoll, weil der BMI dort alters- und geschlechtsspezifisch beurteilt werden muss.

Ab wann ist der BMI bei Erwachsenen zu hoch?

Für Erwachsene werden BMI-Werte meist in vier grobe Bereiche eingeteilt. Als normal gilt in der Regel ein BMI von 18,5 bis 24,9. Ab 25,0 liegt der Wert oberhalb des Normalbereichs und wird als Übergewicht eingeordnet. Ab 30,0 beginnt der Bereich der Adipositas.

BMI-Wert Einordnung
unter 18,5 Untergewicht
18,5 bis 24,9 Normalgewicht
25,0 bis 29,9 Übergewicht
ab 30,0 Adipositas

Die kurze Antwort auf die Frage lautet also: Ab einem BMI von 25 ist der BMI bei Erwachsenen zu hoch. Dabei ist ein Wert knapp über 25 anders zu bewerten als ein BMI deutlich über 30. Der Zahlenwert allein sagt noch nicht, wie hoch Ihr persönliches Gesundheitsrisiko wirklich ist.

Wie wird der BMI berechnet?

Der BMI berechnet sich aus Körpergewicht und Körpergröße. Die Formel lautet:

BMI = Gewicht in Kilogramm / Körpergröße in Metern zum Quadrat

Ein Beispiel: Sie wiegen 80 Kilogramm und sind 1,75 Meter groß. Dann rechnen Sie 80 / (1,75 × 1,75). Das ergibt rund 26,1. Dieser Wert liegt im Bereich Übergewicht.

Wenn Sie die Formel nicht selbst anwenden möchten, können Sie den BMI-Rechner für Erwachsene verwenden. Mehr zur Berechnung lesen Sie auch in Wie berechnet man den BMI? und Wie wird der BMI berechnet?.

Was bedeutet „zu hoch“ beim BMI?

Ein zu hoher BMI bedeutet zunächst, dass Ihr Körpergewicht im Verhältnis zu Ihrer Körpergröße über dem üblichen Normalbereich liegt. Das ist ein medizinisch gebräuchlicher Hinweis, aber noch keine vollständige Beurteilung Ihrer Gesundheit. Der BMI misst nicht direkt den Körperfettanteil und sagt auch nicht, wo sich Fett im Körper befindet.

Gerade die Fettverteilung ist aber wichtig. Bauchfett kann gesundheitlich bedeutsamer sein als die reine BMI-Zahl. Deshalb schauen Ärztinnen und Ärzte häufig zusätzlich auf Taillenumfang, Blutdruck, Blutzucker, Blutfette und bestehende Beschwerden.

Ein BMI von 25,2 bedeutet also nicht automatisch, dass sofort eine Erkrankung vorliegt. Umgekehrt kann ein BMI knapp unter 25 nicht garantieren, dass alles unauffällig ist. Der BMI ist deshalb vor allem ein einfaches Screening-Instrument für die erste Einordnung.

Wann steigt das gesundheitliche Risiko?

Mit zunehmendem BMI steigt im Durchschnitt auch das Risiko für verschiedene gesundheitliche Probleme. Dazu können unter anderem Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleber, Schlafapnoe und Gelenkbeschwerden gehören. Das bedeutet nicht, dass diese Erkrankungen bei jedem Menschen mit erhöhtem BMI auftreten. Es heißt aber, dass ein erhöhter BMI ernst genommen und im Zusammenhang mit weiteren Risikofaktoren betrachtet werden sollte.

Besonders wichtig wird die Einordnung, wenn zusätzlich Beschwerden bestehen oder wenn weitere Faktoren dazukommen, zum Beispiel:

  • erhöhter Bauchumfang,
  • Bluthochdruck,
  • erhöhte Blutzuckerwerte oder Diabetes,
  • ungünstige Blutfettwerte,
  • Atemprobleme oder starke Tagesmüdigkeit,
  • Gelenkbeschwerden oder eingeschränkte Belastbarkeit.

Wenn Sie die Grenzwerte weiter vertiefen möchten, helfen auch BMI ab wann Übergewicht? und BMI ab wann Adipositas?.

Wann ist der BMI nur eingeschränkt aussagekräftig?

Der BMI ist praktisch, aber nicht für jede Person gleich genau. Er unterscheidet nicht zwischen Fettmasse und Muskelmasse und berücksichtigt besondere Lebenssituationen nur unzureichend. Deshalb kann er in manchen Fällen zu hoch oder zu niedrig wirken, ohne die tatsächliche Körperzusammensetzung gut abzubilden.

  • Sehr muskulöse Menschen: Viel Muskelmasse kann den BMI erhöhen, obwohl kein gesundheitlich relevantes Übergewicht vorliegt.
  • Ältere Erwachsene: Weniger Muskelmasse und Veränderungen der Körperzusammensetzung können die Aussagekraft einschränken.
  • Schwangerschaft: Der BMI ist in der Schwangerschaft nur eingeschränkt geeignet, um das aktuelle Gewicht medizinisch zu beurteilen.
  • Kinder und Jugendliche: Hier reichen die Erwachsenen-Grenzwerte nicht aus.

Gerade deshalb sollte ein „zu hoher“ BMI nie isoliert bewertet werden. Wenn Sie mehr über die Grenzen des BMI erfahren möchten, lesen Sie auch Wie aussagekräftig ist der BMI?.

Warum gelten für Kinder und Jugendliche andere Maßstäbe?

Bei Kindern und Jugendlichen wird der BMI zwar ebenfalls aus Gewicht und Größe berechnet, aber nicht mit denselben festen Grenzwerten wie bei Erwachsenen bewertet. Der Grund ist das Wachstum. Körpergröße, Körperbau, Fettverteilung und Entwicklung verändern sich ständig. Deshalb muss der BMI in dieser Altersgruppe immer alters- und geschlechtsspezifisch eingeordnet werden.

Ein BMI-Wert, der bei einem Erwachsenen zu hoch wäre, kann bei einem Kind je nach Alter und Geschlecht anders beurteilt werden. Für Kinder und Jugendliche von 1 bis 18 Jahren sollten Sie deshalb den BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche verwenden.

Was tun, wenn der BMI zu hoch ist?

Wenn Ihr BMI über 25 liegt, ist es sinnvoll, zunächst ruhig und sachlich einzuordnen. Ein einzelner Zahlenwert ist kein Grund für Panik. Wichtig sind der Gewichtsverlauf, Ihre Alltagsgewohnheiten, mögliche Beschwerden und zusätzliche Risikofaktoren.

Hilfreich können zum Beispiel sein:

  • regelmäßige Bewegung im Alltag,
  • eine ausgewogene Ernährung, die langfristig umsetzbar ist,
  • ausreichender Schlaf,
  • eine realistische Beobachtung des Gewichtsverlaufs,
  • eine ärztliche Einschätzung bei Risikofaktoren oder Beschwerden.

Vor allem wenn Ihr BMI deutlich erhöht ist oder wenn bereits Bluthochdruck, Diabetes, Atemprobleme oder starke Gelenkbeschwerden bestehen, sollte die Situation medizinisch besprochen werden. Dazu passt auch der Beitrag BMI zu hoch – was tun?.

Wann sollten Sie ärztlichen Rat einholen?

Eine medizinische Abklärung ist besonders sinnvoll, wenn Ihr BMI über 25 liegt und zusätzlich einer oder mehrere dieser Punkte zutreffen:

  • Ihr Gewicht steigt weiter an.
  • Sie haben einen deutlich erhöhten Bauchumfang.
  • Sie haben Bluthochdruck, Diabetes oder auffällige Blutfette.
  • Sie leiden unter Kurzatmigkeit, Schlafproblemen oder starker Müdigkeit.
  • Sie sind unsicher, ob der BMI Ihre Situation gut abbildet.

Der BMI ist also ein nützlicher Startpunkt, aber keine Diagnose. Für die persönliche Beurteilung zählt immer die Gesamtsituation.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.

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Quellen und medizinische Referenzen

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Medizinisch geprüft von Dr. med. Paul Kretz
Facharzt für Innere Medizin

Dr. med. Paul Kretz ist Facharzt für Innere Medizin mit langjähriger Erfahrung in der Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Übergewicht, Adipositas, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen und weiteren Stoffwechselstörungen. Als diabetologisch qualifizierter Hausarzt beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit gesundheitlichen Themen rund um Gewicht, Stoffwechsel und internistische Risikofaktoren.
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