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Was bedeutet der BMI Wert?

Der BMI-Wert zeigt, wie Ihr Körpergewicht im Verhältnis zu Ihrer Körpergröße grob einzuordnen ist. Er kann bei Erwachsenen einen ersten Hinweis darauf geben, ob eher Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht oder Adipositas vorliegen. Außerdem kann ein auffälliger BMI-Wert auf mögliche gesundheitliche Risiken hinweisen. Wichtig ist aber: Der BMI-Wert ist eine Orientierungshilfe und keine Diagnose.

Wenn Sie Ihren Wert direkt berechnen möchten, können Sie den BMI-Rechner für Erwachsene nutzen. Er ist für erwachsene Frauen und Männer ab 18 Jahren geeignet und hilft bei einer schnellen ersten Einschätzung.

Was genau bedeutet ein BMI-Wert?

Ein BMI-Wert ist eine Zahl, die aus Ihrem Gewicht und Ihrer Größe berechnet wird. BMI steht für Body-Mass-Index. Der Wert soll nicht einfach nur sagen, wie viel Sie wiegen, sondern wie dieses Gewicht im Verhältnis zu Ihrer Körpergröße zu bewerten ist.

Genau deshalb ist der BMI-Wert im Alltag so nützlich. 75 Kilogramm allein sagen nur wenig aus. Bei einer größeren Person kann dieses Gewicht völlig unauffällig sein, bei einer kleineren Person eher nicht. Der BMI-Wert macht diese Einordnung leichter vergleichbar.

Wie wird der BMI-Wert berechnet?

Die Formel ist einfach:

BMI = Körpergewicht in Kilogramm / (Körpergröße in Metern × Körpergröße in Metern)

Ein Beispiel: Eine Person wiegt 70 Kilogramm und ist 1,75 Meter groß. Dann wird 70 durch 1,75² geteilt. Das ergibt einen BMI-Wert von rund 22,9.

Wenn Sie die Berechnung im Detail verstehen möchten, lesen Sie auch Was ist der BMI und wie wird er berechnet? oder Wie berechnet man den BMI?.

Wie wird ein BMI-Wert bei Erwachsenen eingeordnet?

Für Erwachsene werden BMI-Werte üblicherweise in feste Bereiche eingeteilt. Diese Einteilung dient als grobe medizinische Orientierung:

BMI-Wert Einordnung
unter 18,5 Untergewicht
18,5 bis 24,9 Normalgewicht
25,0 bis 29,9 Übergewicht
ab 30,0 Adipositas

Ein BMI-Wert von 22 sagt also aus, dass das Gewicht im Verhältnis zur Größe im Bereich des Normalgewichts liegt. Ein BMI-Wert von 27 liegt im Bereich des Übergewichts. Ein Wert von 17 weist auf Untergewicht hin. Diese Einteilung ist hilfreich, weil sehr niedrige oder deutlich erhöhte BMI-Werte häufiger mit gesundheitlichen Problemen verbunden sein können.

Was sagt der BMI-Wert über die Gesundheit aus?

Der BMI-Wert kann einen ersten Hinweis auf gesundheitliche Risiken geben, aber er beantwortet nicht allein die Frage, wie gesund Sie sind. Ein deutlich erhöhter BMI-Wert ist statistisch häufiger mit Erkrankungen wie Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Schlafapnoe, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gelenkbelastungen verbunden. Ein sehr niedriger BMI-Wert kann auf Untergewicht, Mangelernährung oder ungewollten Gewichtsverlust hinweisen.

Wichtig ist jedoch: Ein einzelner BMI-Wert beweist keine Krankheit. Er zeigt nur, dass bestimmte Risiken häufiger auftreten können. Für die persönliche Beurteilung spielen viele weitere Faktoren eine Rolle, zum Beispiel Bauchumfang, Blutdruck, Blutzucker, Blutfette, Bewegung, Ernährung, Alter und bestehende Erkrankungen. Mehr dazu erfahren Sie in Was sagt der BMI aus? und Was sagt der BMI wirklich aus?.

Was der BMI-Wert nicht bedeutet

Der BMI-Wert wird häufig missverstanden. Er misst nicht direkt den Körperfettanteil. Er zeigt auch nicht, wo Fett im Körper verteilt ist. Gerade Bauchfett kann für das Gesundheitsrisiko besonders wichtig sein, ohne dass der BMI-Wert dies genau abbildet.

Außerdem unterscheidet der BMI-Wert nicht zwischen Fettmasse, Muskelmasse, Knochenmasse und Wasseranteil. Deshalb können zwei Menschen denselben BMI-Wert haben, obwohl ihre Körperzusammensetzung sehr unterschiedlich ist. Eine trainierte Person mit viel Muskulatur kann einen erhöhten BMI-Wert haben, ohne einen ungünstig hohen Körperfettanteil zu besitzen. Umgekehrt kann eine andere Person mit BMI im Normalbereich eine ungünstige Fettverteilung oder wenig Muskelmasse haben.

Wann der BMI-Wert nur eingeschränkt aussagekräftig ist

Es gibt einige Situationen, in denen ein BMI-Wert besonders vorsichtig interpretiert werden sollte:

  • Bei sehr muskulösen Menschen kann der BMI-Wert zu hoch wirken.
  • Bei älteren Erwachsenen kann ein normaler BMI-Wert Muskelabbau überdecken.
  • In der Schwangerschaft ist der BMI-Wert nur eingeschränkt geeignet, um die individuelle Situation zu beurteilen.
  • Bei bestimmten Erkrankungen oder Wassereinlagerungen kann der Wert die tatsächliche Lage nur unvollständig zeigen.

Deshalb sollte der BMI-Wert nicht isoliert betrachtet werden. In der Praxis ist er am nützlichsten als erster Richtwert, der mit anderen Informationen ergänzt wird. Wenn Sie sich näher mit den Grenzen des BMI beschäftigen möchten, sind auch Wie aussagekräftig ist der BMI? und Wann ist der BMI nicht aussagekräftig? hilfreich.

Was bedeutet der BMI-Wert bei Kindern und Jugendlichen?

Bei Kindern und Jugendlichen reicht die reine BMI-Zahl nicht aus. Hier muss der BMI-Wert immer alters- und geschlechtsspezifisch interpretiert werden, weil sich der Körper im Wachstum verändert. Ein BMI-Wert, der bei einem Erwachsenen unauffällig wäre, kann bei einem Kind anders eingeordnet werden.

Für Kinder und Jugendliche sollten deshalb keine Erwachsenen-Grenzwerte verwendet werden. Sinnvoll ist stattdessen ein spezieller BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche, der für Kinder und Jugendliche von 1 bis 18 Jahren entwickelt wurde und die alters- und geschlechtsspezifische Einordnung unterstützt.

Wann Sie Ihren BMI-Wert ärztlich besprechen sollten

Eine ärztliche Einschätzung ist sinnvoll, wenn Ihr BMI-Wert deutlich im Bereich von Untergewicht oder Adipositas liegt oder wenn zusätzliche Beschwerden bestehen. Das gilt zum Beispiel bei ungewolltem Gewichtsverlust, rascher Gewichtszunahme, Atemnot, starker Müdigkeit, Essproblemen oder bekannten Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Schilddrüsenstörungen.

Dann sollte nicht nur die BMI-Zahl betrachtet werden, sondern Ihre gesamte gesundheitliche Situation. Gerade wenn Sie unsicher sind, wie Ihr BMI-Wert persönlich zu bewerten ist, kann eine individuelle medizinische Beratung sinnvoll sein.

Fazit

Der BMI-Wert bedeutet vor allem, dass Ihr Gewicht im Verhältnis zu Ihrer Größe grob eingeordnet werden kann. Er kann bei Erwachsenen Hinweise auf Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht oder Adipositas geben und mögliche Risiken sichtbar machen. Gleichzeitig sagt er weder direkt etwas über den Körperfettanteil noch über die Fettverteilung oder den gesamten Gesundheitszustand aus. Deshalb sollte der BMI-Wert immer als Orientierung verstanden werden, nicht als endgültige medizinische Beurteilung.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Weiterführende Artikel

Diese Beiträge helfen Ihnen dabei, den BMI noch besser zu verstehen und richtig einzuordnen:

Quellen und medizinische Referenzen

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Medizinisch geprüft von Dr. med. Paul Kretz
Facharzt für Innere Medizin

Dr. med. Paul Kretz ist Facharzt für Innere Medizin mit langjähriger Erfahrung in der Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Übergewicht, Adipositas, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen und weiteren Stoffwechselstörungen. Als diabetologisch qualifizierter Hausarzt beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit gesundheitlichen Themen rund um Gewicht, Stoffwechsel und internistische Risikofaktoren.
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